Was kostet eine Website für Handwerker & kleine Betriebe? Die ehrliche Preis-Übersicht

- Der Markt reicht von „kostenlos im Baukasten" bis fünfstellig bei Agenturen — für einen kleinen Betrieb ist meist der Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro relevant
- Den Preis treiben Umfang, Texte, individuelle Gestaltung und Betreuung — nicht die Technik
- Laufende Kosten (Domain, Hosting, Pflege) nicht vergessen: Sie entscheiden über die 5-Jahres-Rechnung
- Rote Flaggen: Knebel-Abos, „Platz 1 bei Google"-Versprechen, unklare Eigentumsrechte
„Was kostet eine Website?" ist die Frage mit den unehrlichsten Antworten im Internet — weil fast jeder, der sie beantwortet, dir gleichzeitig etwas verkaufen will. Wir verkaufen auch etwas (dazu unten transparent mehr), aber dieser Überblick funktioniert ohne uns: Er sortiert den Markt nach Anbieter-Typ, erklärt, was den Preis wirklich treibt — und woran du erkennst, dass jemand über den Tisch gezogen wird. Er ist für beide Seiten geschrieben: für Betriebe, die kaufen, und für Freelancer, die anbieten.
Die Markt-Übersicht nach Anbieter-Typ
Die folgenden Spannen sind Markt-Beobachtungen (Stand Sommer 2026), keine Preisliste — regional und je nach Umfang gibt es Ausreißer in beide Richtungen:
| Weg | Typische Kosten | Für wen |
|---|---|---|
| Baukasten selbst machen | 0–30 € pro Monat | Wer Zeit und Lust hat, selbst zu bauen |
| Freelancer / Einzelanbieter | einige hundert bis ~2.000 € einmalig | Kleine Betriebe mit klarem Bedarf |
| Kleine Agentur | ~2.000–6.000 € einmalig | Betriebe mit mehr Umfang und Beratung |
| Große Agentur / Individualbau | ab ~6.000 €, offen nach oben | Firmen mit Sonderanforderungen |
Die ehrliche Einordnung: **Für eine typische Handwerker-Website — Leistungen, Fotos, Kontakt, Anfahrt — ist der Freelancer-Bereich meist der vernünftigste Deal.** Der Baukasten ist billiger, kostet aber die Abende des Inhabers (und man sieht das Ergebnis oft). Die große Agentur liefert Qualität, rechnet aber Prozesse ab, die ein Fünf-Mann-Betrieb schlicht nicht braucht.
Was den Preis WIRKLICH treibt
Es ist fast nie die Technik. Die vier echten Preistreiber:
- Umfang: Eine gute One-Page-Website ist für die meisten kleinen Betriebe genug — jede zusätzliche Unterseite kostet Erstellung UND spätere Pflege.
- Texte: „Schicken Sie mir mal Ihre Texte" ist der Satz, an dem Projekte sterben. Wer das Texten übernimmt (aus einem kurzen Gespräch heraus), darf und sollte das einpreisen — es ist oft die halbe Arbeit.
- Individualität: Vorlage mit Logo drauf vs. eigenständiges Design mit Foto-Auswahl und Struktur nach Maß — dazwischen liegt preislich der Faktor zwei bis drei.
- Betreuung danach: Änderungen, neue Fotos, Öffnungszeiten — als Monats-Pauschale für beide Seiten planbarer als Einzelabrechnung pro Handgriff.
💡 Die 5-Jahres-Rechnung machen: Ein „günstiges" Abo von 40 € im Monat kostet in fünf Jahren 2.400 € — mehr als die meisten Freelancer-Projekte inklusive Pflege. Umgekehrt ist ein fairer Einmalpreis plus kleine Pflege-Pauschale oft die wirtschaftlichste Kombination. Immer beide Zahlen ausrechnen: heute UND über fünf Jahre.
Die laufenden Kosten (die gern verschwiegen werden)
Auch nach dem Bau fallen Kosten an — überschaubar, aber sie gehören auf den Tisch: Domain (üblich im Bereich um 10–20 € pro Jahr), Hosting (von wenigen Euro bis ~20 € pro Monat, je nach Weg — bei manchen Anbietern inklusive) und optional die Pflege-Pauschale. Seriöse Anbieter listen diese Posten unaufgefordert auf.
Rote Flaggen — daran erkennt man Abzocke
- „Platz 1 bei Google — garantiert." Kann seriös niemand versprechen. Punkt.
- Knebel-Verträge: lange Mindestlaufzeiten bei Miet-Websites, aus denen der Betrieb ohne die Website nicht mehr herauskommt.
- Unklare Eigentumsfrage: Wem gehört die Seite nach dem Projekt? Wer die Antwort vernebelt, plant die Abhängigkeit.
- Fantasie-Vergleichspreise: „Statt 4.999 € heute nur 999 €" — der Streichpreis existierte nie.
⚠️ Für verkaufende Freelancer gilt das spiegelbildlich: Wer fair anbietet (klarer Umfang, klare Rechte, ehrliche Folgekosten), hebt sich in diesem Markt schon durch Anstand ab — und Empfehlungen sind in lokalen Märkten das ganze Geschäft.
Fazit
Für einen kleinen Betrieb ist eine gute Website kein Fünf-Riesen-Projekt und kein Gratis-Baukasten-Kompromiss: Realistisch ist der Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro, plus kleine laufende Kosten. Entscheidend ist weniger der Preis als das Paket dahinter — wer die Texte macht, wem die Seite gehört, was die Pflege kostet. Und wer Websites verkauft, gewinnt in genau diesem Markt nicht über den niedrigsten Preis, sondern über das ehrlichste Angebot. ([Wie man solche Kunden überhaupt findet, steht hier.](/blog/betriebe-ohne-website-finden))
Häufige Fragen
Reicht eine One-Page-Website für einen Handwerksbetrieb?
In den meisten Fällen ja: Leistungen, ein paar echte Fotos, Kontakt mit Telefonnummer, Anfahrt — mehr braucht es für „gefunden werden und angerufen werden" selten. Mehr Seiten lohnen erst, wenn es inhaltlich wirklich mehr zu sagen gibt.
Warum sind die Preisspannen so groß?
Weil „Website" alles Mögliche heißen kann — von der angepassten Vorlage bis zum individuellen Projekt mit Text-Erstellung, Foto-Organisation und Betreuung. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn man Umfang, Text-Verantwortung und Folgekosten nebeneinanderlegt.
Einmalpreis oder monatliches Abo — was ist besser?
Kommt auf die Rechnung an: Abos wirken günstig, summieren sich aber (5-Jahres-Rechnung machen!). Fair ist ein Abo dann, wenn echte laufende Leistung dahintersteht — Pflege, Änderungen, Hosting — und der Ausstieg jederzeit möglich ist, ohne die Seite zu verlieren.
Was sollte ein Freelancer für seine erste verkaufte Website verlangen?
Ohne Referenzen eher am unteren Ende der Spanne einsteigen und dafür schnell und ehrlich liefern — die zweite und dritte Website verkaufen sich über die erste. Wichtiger als der Startpreis: die Pflege-Pauschale anbieten, sie macht aus Einmal-Kunden dauerhafte.
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