Ratgeber

Websites an lokale Betriebe verkaufen: der ehrliche Einstieg (auch nebenberuflich)

📅 Zuletzt aktualisiert: 2026-07-15⏱ 5 Min. Lesezeit✍️ LumaSite Team
Websites an lokale Betriebe verkaufen: der ehrliche Einstieg (auch nebenberuflich)
Inhalt
→ Warum lokale Betriebe kaufen (und warum trotzdem so wenige eine Seite haben)→ Der Ablauf in 5 Schritten→ Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?→ Was NICHT funktioniert (spar dir diese Umwege)→ Fazit→ Häufige Fragen
Das Wichtigste in Kürze

„Damit lässt sich doch kein Geld mehr verdienen — heute hat doch jeder eine Website." Das ist der häufigste Satz, den man zu diesem Thema hört, und er lässt sich in zwei Minuten widerlegen: Öffne die Kartenapp deiner Wahl, such nach Friseuren, Malern oder Physiotherapeuten in deinem Viertel und klick dich durch die Einträge. Du wirst Betriebe finden, die keine Website haben. Betriebe, deren „Website" ein Facebook-Profil von 2019 ist. Und Betriebe, deren Seite aussieht, als wäre sie mit dem Windows-Movie-Maker gebaut worden. Jeder davon ist ein potenzieller Kunde — und dieser Artikel erklärt ehrlich, wie man daraus ein Geschäft macht. Auch neben dem Job.

Warum lokale Betriebe kaufen (und warum trotzdem so wenige eine Seite haben)

Der Inhaber eines Malerbetriebs ist Maler, kein Marketer. Er weiß meist selbst, dass eine Website fehlt — aber der Weg dahin fühlt sich für ihn nach Agentur-Terminen, Fachchinesisch und unklaren Kosten an. Also bleibt es beim „mach ich irgendwann". Genau diese Lücke füllst du: nicht als anonyme Agentur mit Baukasten-Angebot, sondern als eine Person, die anruft, verständlich spricht und ein fertiges Ergebnis zeigen kann.

Wichtig fürs Selbstverständnis: Du verkaufst keine Technik, du verkaufst Auffindbarkeit. Der Betrieb will nicht „responsives Design" — er will, dass Leute ihn finden und anrufen. Wer so argumentiert, führt ein völlig anderes Verkaufsgespräch.

Der Ablauf in 5 Schritten

  1. Betriebe ohne (gute) Website finden. Kartenapp, Branchenverzeichnisse, offene Augen im eigenen Stadtteil. Die höchste Trefferquote haben nach unserer Erfahrung Handwerks-Branchen — Maler, Sanitär, Gebäudereinigung, Dachdecker. ([Die ausführliche Anleitung dazu gibt es hier.](/blog/betriebe-ohne-website-finden))
  2. Die Website VOR dem Kontakt bauen. Klingt verkehrt herum, ist aber der stärkste Hebel im ganzen Prozess: „Ich habe Ihnen schon mal etwas gebaut — schauen Sie es sich an" schlägt jede PowerPoint und jedes Versprechen. Mit heutigen Werkzeugen kostet ein Entwurf Minuten, kein Wochenende.
  3. Anrufen — nicht mailen. Unaufgeforderte Werbe-E-Mails an Betriebe sind in Deutschland unzulässig (§ 7 UWG) und landen sowieso im Papierkorb. Ein freundlicher Anruf ist erlaubt, persönlich und in zwei Minuten vorbei: Wer du bist, was dir aufgefallen ist, dass es einen fertigen Entwurf zum Anschauen gibt. Mehr nicht.
  4. Das Gespräch führen — über sein Geschäft, nicht über deins. Fragen stellen: Woher kommen aktuell die Kunden? Was soll jemand tun, der die Seite findet — anrufen, vorbeikommen, Termin buchen? Der Entwurf wird dann gemeinsam angepasst, und aus „Verkäufer" wird „Helfer".
  5. Preis, Rechnung, Übergabe. Schriftlich festhalten, was drin ist (Seite, Texte, Impressum-Einbindung durch den Betrieb, Übergabe oder Hosting). Für den Start reicht ein einfaches Angebot per Mail nach dem Telefonat.

💡 Der unterschätzte Teil: die Pflege. Der Einmal-Verkauf ist gut, das Monats-Abo ist besser. „Ich halte die Seite aktuell, ändere Öffnungszeiten, tausche Fotos — für einen festen kleinen Monatsbetrag" ist für viele Betriebe attraktiver als jede Einmal-Zahlung, und für dich entsteht planbarer, wiederkehrender Umsatz.

Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?

Ehrliche Antwort: Es gibt keinen festen Marktpreis, und jeder, der dir exakte Verdienst-Zahlen verspricht, will dir meistens einen Kurs verkaufen. Als Orientierung: Einfache One-Page-Seiten für kleine Betriebe werden im Markt üblicherweise im **Bereich von einigen hundert bis wenigen tausend Euro** verkauft — abhängig von Region, Umfang und davon, wie überzeugend dein Ergebnis ist. Dein realistischer Startpunkt liegt eher am unteren Ende; mit Referenzen steigt der Preis. Dazu kommt die erwähnte Pflege-Pauschale als zweites Standbein.

Was NICHT funktioniert (spar dir diese Umwege)

⚠️ Rechtliches, kurz und ernst: Wer regelmäßig gegen Geld Websites verkauft, handelt gewerblich — die Gewerbeanmeldung ist in Deutschland unkompliziert und kostet einmalig eine geringe Gebühr bei der Gemeinde. Und: Die fertige Kundenseite braucht ein Impressum und eine Datenschutzerklärung des BETRIEBS — kläre mit dem Kunden, dass er diese Angaben liefert und verantwortet.

Fazit

Websites an lokale Betriebe zu verkaufen ist kein Geheimtrick und kein „passives Einkommen" — es ist ein ehrliches Dienstleistungsgeschäft mit echtem, leicht überprüfbarem Bedarf und niedriger Einstiegshürde. Die Formel: Betriebe ohne Website finden, den Entwurf VOR dem Anruf bauen, freundlich telefonieren, über das Geschäft des Kunden sprechen statt über Technik — und die Pflege als Abo anbieten. Der erste Kunde ist der schwerste. Danach hast du eine Referenz, und aus dem Experiment wird ein Geschäft.

Häufige Fragen

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Nein. Die Erstellung übernehmen heute Werkzeuge — deine eigentliche Leistung ist, den Bedarf zu erkennen, das Gespräch zu führen und dem Betrieb die Arbeit abzunehmen. Wer coden kann, hat keinen Vorteil beim Verkaufen.

Geht das nebenberuflich?

Ja, sogar besonders gut: Recherche und Entwürfe passen in den Abend, und die Anrufe brauchen nur ein kurzes Zeitfenster zu Geschäftszeiten — viele Betriebe sind gerade früh oder am späten Nachmittag gut erreichbar. Beachte je nach Arbeitsvertrag die Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten.

Was, wenn der Betrieb schon eine (schlechte) Website hat?

Das ist kein Hindernis, sondern ein zweiter Markt: Redesigns. Eine veraltete Seite neben deinem frischen Entwurf ist ein sehr überzeugendes Vorher-Nachher.

Wie viele Anrufe braucht es für den ersten Kunden?

Dafür gibt es keine seriöse Pauschalzahl — es hängt von Branche, Region und deinem Entwurf ab. Realistisch ist: mehrere Neins vor dem ersten Ja. Der Entwurf-zuerst-Ansatz verbessert die Quote spürbar, weil du nicht um Vertrauen bittest, sondern Ergebnis zeigst.


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